SEKUNDÄR-ROHSTOFFE - Das Fachmagazin für Entscheider und Praktiker in der Recyclingwirtschaft (Schrott)

Knappes Schrottangebot

Die Vertragsverhandlungen zogen sich im Berichtsmonat November relativ lange hin, da einige Schrottabnehmer die Angebotselastizität überschätzt hatten. Der Markt erwies sich als fest, und je nach Sorte, Region, Verbraucher und Ausgangspreisniveau des Vormonats lagen die Preisaufschläge bei hoher Nachfrage je nach Abschlussdatum bei 10 bis 30 Euro pro Tonne. Offensichtlich konnten sich nicht alle Werke mit den gewünschten Mengen eindecken. Da viele Abnehmer zudem den Zukauf besserer Sorten bevorzugten, öffnete sich die Schere zwischen Alt- und Neuschrott in diesem Monat weiter. Der Handel beklagte den jahreszeitlich bedingten schwachen Zulauf zu den Lagern, konzentrierte sich in weiten Teilen aber dennoch bei den lagerfähigen Sorten auf den zum Jahresende hin üblichen Bestandsaufbau.

Nachbarländer
Der Inlandsbedarf der polnischen und tschechischen Werke war wie schon im Vormonat hoch und die dort gezahlten Preise höher als in Deutschland. Der Schrottzulauf in Richtung Deutschland war daher schwach, sofern keine entsprechenden Aufschläge gezahlt wurden. Die italienischen Stahlwerke erhöhten am Monatsanfang ihre Preise je nach Sorte nur moderat um 10 bis 15 Euro pro Tonne. Wegen der geringen Lieferbereitschaft passten sie zur Monatsmitte die Preise beispielsweise für Neuschrott um insgesamt bis zu 30 Euro pro Tonne an, dennoch war der Abfluss Richtung Italien wenig ausgeprägt. Fast alle italienischen Werke haben angekündigt, vom 15. Dezember bis 20. Januar nicht zu produzieren. Mit dieser Maßnahme soll den Überkapazitäten auf dem Betonstahlmarkt entgegengewirkt werden. Staffelpreise gab es auch beim Luxemburger Verbraucher, und derjenige, der beim Abschluss mehr Geduld gezeigt hatte, wurde durch höhere Preise belohnt.

Vormaterialmangel
Europaweit beklagte die Schrottwirtschaft einen Mangel an Vormaterial für die Aggregate. Der hohe Schrottabfluss in Drittländer, insbesondere in die Türkei, hat das vorhandene Angebot deutlich schrumpfen lassen. Allerdings haben auch die in zahlreiche Aufbereitungskapazitäten getätigten Investitionen den Wettbewerb um das Vormaterial, der über den Preis geführt wird, angeheizt. Insbesondere haben die kleinen und mittleren Händler ihre Zuliefermengen eingeschränkt, sodass einige Exporteure Mühe haben, sich mit den noch auszuliefernden Vertragsmengen einzudecken ...

 

Redaktionsschluss 19.11.2010, von BG-J/bvse


Den kompletten Schrottmarktbericht sowie die Marktberichte zu Altglas, Altpapier und Kunststoff lesen Sie in der aktuellen SEKUNDÄR-ROHSTOFFE Ausgabe.

 

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