|
Kurzfristige Geschäfte
Im Berichtsmonat August meldete der Handel Preissteigerungen von 20 bis 35 Euro pro Tonne je nach Region, Schrottsorte, Preisniveau des Vormonats und Zeitpunkt des Abschlusses. Die für August ungewöhnlich hohen Kaufaktivitäten der türkischen Schrottverbraucher übten insofern Druck auf den Markt aus, als viele Stahlwerke für September offensichtlich mit steigenden Preise rechnen und über den Augustbedarf hinaus versuchen und versucht haben, sich einzudecken. In vielen Werken lief die Schrottannahme trotz der Werksferien weiter. Mit dem steigenden Bedarf nahmen die Lieferbereitschaft des Handels ab und die Erwartung auf bessere Preisnotierungen im September zu, sodass sich nicht alle Verbraucher mit den gewünschten Mengen eindecken konnten. Hinzu kam ein ferienbedingt deutlich geringeres Schrottaufkommen, da sich die Stillstandszeiten in den Betrieben der vier produktionsstärksten Bundesländer NRW, Baden Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz um ein bis zwei Wochen überschnitten haben. Neben dem nach wie vor bestehenden Ost-West-Gefälle bei den von den Abnehmern gezahlten Preisen geht die Schere zwischen den Neu- und Altschrottsorten weiter auseinander. Bemerkenswert ist dies, weil bis Mai die Alt- und Neuschrottpreise über rund ein Jahr hinweg entweder kaum unterschiedlich waren oder der Preis für bestimmte Altschrottsorten sogar über dem für Neuschrotte gelegen hat. Da die Auftragslage der Flachstahlwerke sehr gut ist und die Elektrostahlwerke ihre Produktion wenn möglich auf höherwertige Qualitäten verlagern, ist der Bedarf an Qualitätsschrotten kontinuierlich angestiegen. Dass der Neuschrott knapp ist, war latent im Jahresverlauf zu spüren und wird sich dann, wenn alle Werke wieder produzieren, deutlicher zeigen.
Nachbarländer Die Stahlwerke in den Nachbarländern erhöhten bei unterschiedlichem Bedarf ebenfalls die Annahmepreise auf ein vom Schrottexport bestimmtes Niveau. Während der Zukaufbedarf in Frankreich sehr gering war, passten die belgischen und niederländischen Verbraucher die Preise um 30 bis 35 Euro pro Tonne an. Der Luxemburger Verbraucher, bei dem immer nur eines der drei Werke im August produziert, hatte bereits im Vormonat über Bedarf eingekauft und versuchte zum Teil noch ausstehende Mengen abzurufen. Der Versuch nun auch noch im August weitere Bestände für den September anzulegen, gestaltete sich durch das Verhalten einiger Lieferanten offensichtlich schwierig, da letztere nicht mehr gewillt waren, Verzögerungen jedweder Art bei der Vertragserfüllung hinzunehmen ...
Redaktionsschluss 17.08.2010, von BG-J/bvse
Den kompletten Schrottmarktbericht sowie die Marktberichte zu Altglas, Altpapier und Kunststoff lesen Sie in der aktuellen SEKUNDÄR-ROHSTOFFE Ausgabe.
|